Deutschland sagt Nein zum Tiermorden ... Sieron (2)

 

Gestern berichteten wir über Sieron, einem Dogo Argentino, der angeblich von Vechta nach Dänemark kam, um von dort, heldenhaft gerettet, wieder zurück nach Deutschland verbracht zu werden. Wir stellten in unserem Artikel einige Fragen. Aber nicht alle Fragen. Wir wollten zuerst wissen, wie der größte Held in Sachen Tierschutz reagiert. Und er hat reagiert. Wie es nicht anders zu erwarten war. Dadurch gab er uns von K9-News die Möglichkeit. die noch im Raum stehenden Fragen deutlicher zu formulieren.

Doch der Reihe nach.

ScreenshotDer Hund, so wie in den ersten Statements zu lesen war, stammt angeblich aus Deutschland, kam auf wundersame Art und Weise nach Dänemark und landete letztendlich gerettet wieder in Deutschland und soll jetzt in guten Händen untergebracht sein.

Eine seltsame Geschichte auf jedenfall.

Richtig kurios wird es allerdings wenn man die heutige Heldenstellungsnahme liest. Da heißt es (Zitat):

[...] Um mit wirren Mutmaßungen, die bezüglich Sieron aufgetaucht sind aufzuräumen, hier noch einmal seine Geschichte:

Aufgrund eines Unfalls wurde sein Herrchen zum stationären Pflegefall. Was das für eine Familie bedeutet, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Die Zeit zwischen Arbeit, Kleinkind, Krankenhaus rinnt nur so dahin. Einem jungen, kräftigen Hund dann noch gerecht werden, ist ein (fast) aussichtslosen Unterfangen, auch die plötzliche Trennung von seinem Herrchen brachte Sieron durcheinander. Nichts war mehr so, wie er es gewohnt war.

Aus diesem Grund wurden die Venner um Hilfe gebeten. [...]

Bedeutet für uns, Hund und Frauchen waren von der Rolle wegen der neuen, ungewohnten Situation. Etwas völlig normales was jeden Tag weltweit passieren kann und auch passiert.

Aber deshalb gleich diese "Venner-Helden" rufen?

Eine mehr als höchst seriöse "Rettungstruppe"? Etwa so wie das "A-Team"? Jeder Depp kennt ihre Telefonnummer, aber keiner weiß wer sie wirklich sind? Ein Anruf und schwupps, schon stehen Hannibal, Faceman und Co. bereit?

Ruft man im allgemeinen nicht zuerst bei Freunden, Bekannten und in der Familie um Hilfe? Gleich die Kavallerie alarmieren? Bis hierher bestand ja, wie jeder selbst nachlesen kann keine Gefahr für das Leben des Hundes.

Aber jetzt.

Jetzt kommt die unkalkulierte Gefahr ins Spiel. Der böse Denunziant der heimlich aus dem Dunkel zuschlägt.

[...] Durch Sierons äußerliches Erscheinungsbild haben "nette" Leute dann zu dem Zeitpunkt die dänische Polizei informiert und er sollte nach dänischem Rasseparagrafen beschlagnahmt werden, was seinen Tod bedeutet hätte. [...]

Wir lesen das wie folgt. Zu allem Übel des tragischen Unfalles, einem Hund der wie sein Frauchen von der Rolle ist und im privaten Umfeld keine Hilfe zu erwarten hat, werden genau jetzt auch noch Menschen mit bösen Gedanken tätig. Das klingt fast nach den üblichen Trash-Filmchen. Wenn den Autoren die Ideen ausgehen und wie aus dem Nichts schlagartig mysteriöse Typen oder opulent ausgestattete Horizontalgymnastikerinnen auftauchen.

Aber, hätten die bösen Menschen nicht schon lange vorher, auf Grund des Rasse, die Polizei informieren können?

Das scharfe Hundegesetz besteht bekanntlich nicht erst seit vorgestern. Sei es drum. Jetzt kommt das rettende "A-Team" ins Spiel. Mutig, entschlossen und zu allem bereit. Ob die auch so einen ausgeflippten Pilot/Held wie H.M. Murdock, in der Truppe haben? Na dann gute Nacht Marie.

[...] Unverzüglich wurde Sieron von den Vennern in vertrauensvolle Hände nach Deutschland gebracht, wo er auf einer LangzeitPS als Hahn im Korb gepflegt und geliebt wird. Sieron ist und war immer ein Rüde. Abschließend sei bemerkt, dass von den geretteten Hunden einige eher andere später veröffentlicht werden.[...]

Halten wir bis hierhin fest.

Der Hund sollte beschlagnahmt werden, war es aber scheinbar noch nicht. Abgegeben, an eine mehr als dubiose Heldentruppe, wurde er nach Deutschland verbracht und dort an eine Pflegestelle übergeben. Und jetzt gehen unsere Fragen erst richtig los. Und die werden wohl auch Zoll, Polizei, das Finanzamt und das Veterinäramt beschäftigen.

  • Wurde der Hund legal über die Grenze gebracht und ordnungsgemäß angemeldet, wozu dann dieses Verwirrspiel? Tagtäglich werden tausende Tiere von und nach Deutschland gebracht. Teilweise per PKW, Flugzeug, Schiff oder Bahn. Von Ameisenvölkern bis zum Elefanten ist alles vertreten. Das ganze wird beim Zoll gemeldet und der entscheidet ob die Einfuhr genehmigt wird oder nicht.  Ist es eine verbotene Rasse/Art wird abgewiesen. Ist sie erlaubt, dann ist sie willkommen. Stimmen dann auch noch die Papiere, können zweifelsfrei die Gesundheitschecks nachgewiesen und eine überprüfbare Adresse vorgelegt werden steht einer dauerhaften Einreise nach Deutschland nichts mehr im Wege.
  • Wurde der Hund allerdings illegal importiert, dürfte es interessant werden und auch das Verwirrspiel erklären. Denn dann wissen/wußten weder die zuständigen Behörden, noch die Forenbetreiber und womöglich auch die Pflegestelle etwas davon. Hier dürfte unser Held bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten und einige Leute mit reingezogen haben. Als Mittäter/Mitwisser eines illegalen Imports. Vorbei an Zoll, Veterinäramt und Stadtkämmerer (Hundesteuer). Und alle Seuchenschutzbestimmungen missachtend. Sind die noch ganz dicht?
  • Interessant ist auch die Frage, wieso man eine seriös arbeitende Webseite missbraucht, um den Hund an eine Pflegestelle zu vermitteln? Wäre es da nicht sinnvoller, schon im Vorfeld, bei Anlaufen einer solchen Aktion, bereits eine Pflegestelle zu haben? Eine vertrauenswürdige und verschwiegene Pflegestelle vor allem. Die in die Fakten eingeweiht werden kann und das Risiko ihres handelns kennt?  Anstatt womöglich unbedarfte Hundefreunde und Tierliebhaber wissentlich in eine illegale Aktion mit einzubeziehen, die zu einem bösen Erwachen werden kann? Ist das noch seriös?
  • Nimmt man bewußt in Kauf, dass unschuldige und nicht eingeweihte Tierfreunde in illegale Aktionen eingebunden und eventuell auch bestraft werden? Dann hat das nichts mehr mit Leben retten, sondern eher mit skrupellosem ausnützen von hilfsbereiten Menschen zu tun. Solche Galgenvögel sollte man ganz schnell stoppen. Betrüger sind auch nicht viel besser.
  • Ebenfalls interessant ist die Frage warum die ganze Story, wenn es sich um eine verdeckte Aktion handelte, inklusive illegalem Import, öffentlich bekannt gemacht wird? Wäre es zum Wohle des Hundes und der Pflegestelle/Abnehmer da nicht sinnvoller gewesen, um mal Dieter Nuhr zu zitieren, einfach die Fresse zu halten und das Tuch des Schweigens drüber zu legen? Oder konnte unser Leverkusener Held einfach mal wieder nicht die Klappe halten und mußte seinen "Muttis" den feuchten Traum vom Held in strammen Jogginghosen darbieten?
  • Besonders spannend dürfte wohl auch werden, wie die Behörden reagieren wenn sie davon Wind bekommen. Möglicherweise illegaler Import, Diebstahl einer beschlagnahmten Sache, Verstoß gegen das Einfuhr-, Melde- und Seuchenschutzgesetz. Das ist starker Tobak. Wenn denn alles so stimmt wie verlautbart, liegen Straftaten vor. Und da werden einige Behörden ganz schnell sehr wach.
  • Wen werden die Cops wohl als ersten beissen? Die selten dämlich dänischen Helden die sich mit einem deutschen Selbstdarsteller eingelassen haben? Den bekannt großmäuligen Schwätzer aus Leverkusen? Die Pflegestelle?

Man wird sehen.

Anhand der IP-Nummer auf dem Dogo-Forum kann der Name und die Adresse des Einstellers ermittelt werden. Im nächsten Schritt wird man diesen aufsuchen, zum Sachverhalt befragen und weitere Auskünfte einholen. Der Name des Hundes ist , wenn er denn stimmt, inzwischen ebenfalls bekannt. Anhand seiner markanten Nasenzeichnung zusätzlich auch noch leicht zu identifizieren. Und dank der verbreiteten Bilder im Web jederzeit überprüfbar. Wie ein Fahndungsfoto. Dazu kommt, dass ein Amtshilfeabkommen mit Dänemark schon seit langem normale Routine ist und somit auch die ursprünglichen Halter ermittelt werden können.

Sicher ist schon jetzt, dass die ganze Story auf sehr dünnem Eis steht, bereits für Verdruß sorgt und einige Leute äußerst gereizt auf diese faule Geschichte reagieren.

Für uns stehen, nach derzeitiger Sachlage, drei Szenarien zur Auswahl.

1. Das ganze entspringt der blühenden Fantasie eines Schwätzers und Wichtigmachers. Dann sollten ihm seine Fans ordentlich auf die Füße treten und ihn als das bezeichnen was er ist. Ein Lügenbold.

2. Der Hund wurde legal in Dänemark übernommen und legal nach Deutschland importiert. Wozu dann diese Shownummer? Sich als Held darstellen wo keiner ist?

3. Der Hund wurde aus einer Beschlagnahme in Dänemark gestohlen und illegal nach Deutschland importiert. Warum hängt man dann die Geschichte an die große Glocke? Damit erhöht sich weder die Sicherheit des Hundes, noch der Pflegestelle, noch die, der daran beteiligten Aktivisten.

Unser Fazit : Es stehen jede Menge Fragen im Raum. Die Spannweite reicht von einer schlecht erzählten Münchhausen-Geschichte bis zu kriminellen Handlungen in die womöglich unschuldige Menschen mit einbezogen wurden. Und das zu klären, das ist Sache der Ermittler.

Eines sollte jedem bewußt sein. Egal ob Märchen, legal aber aufgebauscht oder illegale Handlung. Nichts davon ist seriös und mit sauberem Tierschutz vereinbar.

 



Veröffentlicht : 20.01.2014

 

 

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